Dankbarkeit... war auch schonmal besser

Andreas
12.10.26 14:05 - Kommentar(e)

Sind wir undankbar geworden?

Ich versuche immer folgende zwei Punkte zu erfüllen:

Es meinem Gegenüber so einfach und unkompliziert wie möglich zu machen.

Dankbar zu sein - und es auch zu zeigen.


Ein Beispiel

Vergangenes Wochenende durfte ich zwei Workshops für einen Verband (Ehrenamt) halten. Natürlich waren die Veranstalter froh, für eine Aufwandsentschädigung überhaupt jemanden zu bekommen, der nicht schon sowieso im Verband bzw. eigenen Ehrenamt tätig ist. Sie waren also primär mir gegenüber dankbar, dass ich da bin.


Aber das ändert nichts daran, dass auch ich dankbar sein und es zeigen kann. Natürlich ist es auch ein Stück weit deren Beruf, sie müssen es "sowieso machen" und "irgendwie klappt es immer". Aber dennoch engagieren sie sich, haben sich sehr freundlich und kompetent mit mir abgestimmt, waren strukturiert und organisiert.

Da gehört es für mich einfach dazu, ein kleines Dankeschön mitzubringen und so auch denen im Hintergrund meinen Dank auszusprechen. Fast bei allen Veranstaltungen und Buchungen (es gibt Einzelfälle und auch wir vergessen es trotz Checkliste auch mal) bringen wir ein Gastgeschenk mit als kleine Überraschung.


Ein weiteres Beispiel

Manchmal ist es auch "nur" ein Gespräch, ein Impuls, ein Austausch, ein gelungener Vortrag oder Workshop. Wie neulich, als ich mich mit einem Prof. Dr. Dr. über meine Master-Arbeit und die Zusammenhänge mit Astronauten im Weltraum unterhalten konnte. Eine komplett andere, spannende Sichtweise auf die Thematik mentaler Gesundheit!

Da ging am Tag darauf eine persönliche, thematisch passend gestaltete, Postkarte mit meinen Grußworten raus per Post. 


Die beiden Beipsiele sollen zeigen, wie einfach es sein kann, in den kleinen Momenten dankbar zu sein - auch wenn es manchmal erst im Nachhinein gezeigt wird, dafür aber umso mehr noch zu einer zweiten Überraschung führt.


Die andere Seite der Medaille

Wenn ich allerdings aufmerksam die Umwelt beobachte, vor allem die Reaktionen derer, die diese Dankbarkeit entgegengebracht bekommen, scheint es eine Seltenheit zu sein.

"Ach nein, das kannst du doch nicht machen. Das kann ich nicht annehmen." sind da schon die härteren Blockaden, bishin zum Klassiker "Wäre doch nicht nötig gewesen.". Natürlich ist es nicht notwendig, aber bringt uns das nicht einfach auch weiter? Wenn wir nur einen kurzen Augenblick uns fragen, was wir jemand anderem gutes Tun könnten? Womit wir jemand anderem eine (unverhoffte) Freude bereiten könnten?


Wir bräuchten keine Gefährdungsbeurteilung Psychischer Belastung...

Das Hauptproblem in unserer heutigen Zeit: Wir hören nicht mehr zu - und haben dadurch auch niemanden, der uns zuhört. Was ich in der Befragung zu meiner Master-Arbeit am meisten wiedergespiegelt bekommen habe war die Frage "Und was bekomme ich?" bzw. "Wer kümmert sich denn mal um mich?".

Dankbarkeit ist nur einer von vielen Möglichkeiten, anderen Menschen Aufmerksamkeit zu schenken.

Neben einem "Like" auf den WhatsApp-Status oder einem "Kommentar auf Social Media", was zumindest der unkomplizierteste und einfachste Schritt ist, sind es auch die echten "Ich hab an dich Gedacht"-Momente. Ein Foto von einer Situation, dass irgendwie zur Freundschaft passt. Ein Hinweis aus dem nichts, zu einem neuen Projekt oder einer Erkenntnis, die anderen weiterhelfen könnte. Oder einfach ein "Wollt' mal wissen, wie's dir geht!".


Wenn wir uns wieder etwas mehr Zeit nehmen würden, egal ob als FÜhrungskraft im Unternehmen, Freund:in in der zwischenmenschlichen Beziehung, oder in der Kunde-Dienstleistungs-Beziehung, dann bräuchten wir die psychische Belastung nicht beurteilen, sondern würden es zielführender gelöst beokmmen.

- mehr dazu in den nächsten Wochen -

Andreas