Was ist die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung?
Achtung: Sprachgebrauch! Ich versuche die Thematik bewusst rudimentär und prägnant zusammen zu fassen und nicht mit fachlicher Raffinesse zu trumpfen - denn genau das ist das Problem hinter den meisten Gefährdungsbeurteilungen!
Als Unternehmen ist man verpflichtet, die Gefahren von den Mitarbeitenden abzuwenden. Plakativ und leicht verständlich ist es in den Bereichen, in denen es weh tut - Schnittverletzung, Quetschungen, Schürfungen, Stolpern und Stürzen, Kopf anschlagen, etc. Auch das finden zwar nicht alle UnternehmerInnen sinnvoll und notwendig, "pass halt auf", aber ist vielfach noch im Betrachtungsperimeter.
Doch seit 2013 geht die Verantwortung weiter und beinhaltet auch die psychische Belastung - diese lässt sich nicht vermeiden, weil anders als im Sprachgebrauch "Belastung" hier als neutral angesehen wird. Also ist in dem Sinn alles eine Belastung - und kann deshalb nicht vermieden werden. Hier ist die Kernaufgabe, es auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und im Blick zu behalten, dass die Mitarbeitenden nich daran kaputt gehen.
Kurzer Exkurs - was sind KKU?
KKU sind Klein- und Kleinstunternehmen, also solche unter 50 Mitarbeitenden. Denn anders als bei der sonst immer verwendeten Abkürzung KMU sind die Voraussetzungen und Anforderungen hier noch andere. KMU haben bis zu 250 Mitarbeitende und sind dementsprechend anders aufgestellt. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Denn gerade bei Unternehmen mit unter 50 Mitarbeitenden wird Sicherheit zwar vielfach gelebt - aber nicht gezielt und strukturiert koordiniert und geplant. Da schlicht und einfach die Ressourcen fehlen (kommt natürlich stark auf die Philosophie des Unternehmens und der Führungskräfte sowie die Branche an).
Wie ist die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung umzusetzen?
Das ist das schöne: Es ist nicht klar vorgegeben!
Die einzelnen BG's haben hier teils sehr gute Anleitungen und Handhabungen. Immer wieder kommen in Social Media die Beiträge "wozu bezahle ich das überhaupt" - ein Blick auf die Homepage und die zur Verfügung gestellten Unterlagen hilft hier in der Regel sehr gut weiter! Denn die BG's haben fast alle eine Zusammenfassung / Wegleitung / Anleitung / HowTo-Konzeption für die Unternehmen, wie Arbeitssicherheit dokumentiert werden kann aber wie vor allem auch die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung umgesetzt werden kann.
Gerade in kleineren Unternehmen eignet sich die Befragung mittels Tools nicht so sehr. Denn auch bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist der Bereich gezielt zu wählen, um korrekte Ergebnisse auszuwerfen (Der Service-Desk hat halt andere Anforderungen als die Buchhaltung) und das setzt in der Regel sieben Mitarbeitende voraus... In einem Unternehmen mit unter 50 Mitarbeitenden wird das schon meistens eine Herausforderung.
Die Lösung ist gleichzeitig auch ein "Hebel"
Was aber auch möglich ist: Ein Workshop mit den Mitarbeitenden oder auch eine Einzel-Befragung bzw. Beobachtungs-Studie. Und gerade der Workshop kann hier doppelt-Wirkungsvoll sein. Denn "sozialer Austausch" und "Einbeziehung bei den Entscheidungen" ist mit ein Faktor psychologischer Sicherheit und dem dazugehörigen Wohlbefinden.
Das funktioniert natürlich nur, wenn eine positive Gesprächs-Kultur vorhanden ist bzw. eine vertrauensvolle Basis besteh. Denn ansonsten wären die Ergebnisse auch wieder verschwommen bis hin zu unzutreffend: Die üblichen "Schwätzer" drängen sich in den Vordergrund, die üblichen "Verallgemeinerer" drehen alles wieder ins "nicht so schlimm" und die "ruhigen" sind halt.. ruhig.
How to get startet:
Mach es nicht komplizierter als es ist - aber mach es!
Wie ist dein aktueller Stand der Dinge? Wo steht ihr in Sachen Arbeitssicherheit und Gefährdungsbeurteilung im Allgemeinen? Seit ihr betreut oder macht ihr es selbst? (PS: Auch wenn du die alternative Betreuung bzw. das Unternehmerkonzept wählst, brauchst du eine benannte Fachkraft für Arbeitssicherheit bzw. einen Betriebsarzt - Beide stehen dir für Fragen rund um das Thema zur Verfügung und helfen bei der Umsetzung).
Und wenn du dir jetzt gerade denkst: "Arbeitssicherheit...? Wir sind doch nur im Büro..." dann lass uns einfach mal gemeinsam sprechen, damit du hier langfristig sauber aufgestellt bist!
